9 Mythen über Meditation

Meditation, Achtsamkeit, Alltag

9 Mythen über Meditation

So what is a good meditator? The one who meditates.

Allan Lokos

Warum ist es eigentlich so schwer, mit etwas Gutem zu beginnen? Und wie kommt es, dass selbst Meditationserfahrene manchmal Schwierigkeiten haben, ihre Praxis fortzusetzen? Menschen also, die die positiven Wirkungen des Meditierens, des Innehalten bereits selbst erfahren haben?

Wie so oft im Leben stehen wir uns gern selbst im Weg. Denkstrukturen haben sich eingefahren, wir können oft nicht mehr unterscheiden zwischen dem, was wir tun müssen oder sollen und dem, was wir für uns selbst tun. Dazu gibt es einige Vorurteile und Mythen, die Menschen davon abhalten können, sich der Meditation zu nähern.

1. Ich hab keine Zeit zu meditieren.

Beim Meditieren kommt es gar nicht auf die Zeitspanne an, die dir zur Verfügung steht. Du kannst in 10 oder sogar 5 Minuten eine komplette Meditation durchlaufen. Du hast nur 3 Minuten? Kein Problem! Selbst 3 tiefe, bewusste Atemzüge können dich in den Augenblick zurückholen und sind wertvoll. Wichtig ist nicht die Dauer der Meditation, sondern die Regelmäßigkeit, mit der du übst.

2. Ich kann mich nicht konzentrieren.

Konzentration ist zwar Teil der Meditation, entsteht aber nicht aus dem luftleeren Raum heraus. Es geht nicht darum, deinen Geist in einen Zustand angestrengter Konzentriertheit zu zwingen. Das Ziel ist vielmehr ein „entspannter Fokus“, ein Ort, an dem dein Geist zur Ruhe kommen kann und ohne Anstrengung auskommt. Das klingt für dich immer noch schwierig? Keine Sorge, es gibt zahlreiche Techniken, die dich Schritt für Schritt an genau diesen Ort führen.

3. Die Sitzhaltung ist unbequem.

Wer sagt denn, dass du im Sitzen meditieren musst? Leg dich gern auf den Rücken oder übe im Laufen. Du musst keinesfalls kreuzbeinig oder gar in Lotusposition auf dem Boden ausharren. Wichtig sind nur eine für dich bequeme, entspannte Haltung und ein möglichst gerader Rücken.

4. Ich werde durch die laute Umgebung abgelenkt.

Ein stiller, friedlicher Ort zum Meditieren ist uns leider nicht immer zugänglich. Stell dir deine Meditation doch einmal so vor, als würdest du an einem Straßenrand sitzen und den Verkehr beobachten. Vielleicht ist es relativ ruhig, vielleicht siehst du aber auch viele Autos, Laster und Motorräder vorbeifahren. Wahrnehmen, loslassen, zurückkehren zum Augenblick – das geht auch, wenn um uns herum Geräusche und Menschen sind.

5. Ich habe nicht genügend Motivation.

Obwohl wir bei der Meditation unseren Geist trainieren, geht es nicht um das Erreichen eines bestimmten Ziels. Deine seelische Gesundheit, deine Fähigkeit, emphatisch und friedvoll zu leben, ein entspannterer Umgang mit Stress, Emotionen und Konflikten – das sind nur wenige mögliche Gründe, mit dem Meditieren zu beginnen und regelmäßig zu üben. Die Motivation sollte also aus dir selbst heraus erwachsen, bis das Meditieren sich nicht mehr wie eine Pflicht, sondern wie ein Bedürfnis anfühlt.

6. Ich kann mein Gedanken nicht abstellen.

Super! Dann hast du beste Voraussetzungen! Es ist nämlich gar nicht das Ziel, Gedanken abzustellen oder zu unterdrücken. Während der gesamten Meditationszeit dürfen deine Gedanken kommen und gehen, denn du übst ja, sie zu beobachten. Du solltest nur darauf achten, wenn ein Gedanke dich mitreißt, wenn du dich in ihn hineinzusteigern beginnst. Dann kannst du dich selbst sanft zurückholen und deine Aufmerksamkeit wieder auf deinen Atem lenken.

7. Ich bin zu müde.

Das ist wohl meine Lieblingsausrede. Nach einem langen Tag noch meditieren, oder morgens nach dem Aufstehen schon wach genug sein für die Praxis….je nach deinem Biorhythmus und deiner Tagesform wirst du früher oder später in die Müdigkeit hineinmeditieren. Es kann dir helfen, einen für dich guten Zeitpunkt im Tag zu finden – je nachdem, ob du eher eine Eule oder eine Lerche bist. Vielleicht probierst du auch erstmal verschiedene Zeiten aus. Und wenn dich doch einmal die Müdigkeit begleitet, dann nimm sie einfach an und lass dich in die Entspannung sinken. Es darf alles so sein, wie es gerade ist.

8. Meditieren ist langweilig.

Wir sind es gewohnt, immer beschäftigt zu sein. Tausend Gedanken im Kopf, die To-Do-Liste immer griffbereit, möglichst multi-tasking-fähig und immer in Bewegung. Da kann es sich erst mal ganz merkwürdig anfühlen, eine Zeit lang „nichts“ zu tun. Aber gerade da wird die Meditation heilsam und zeigt dir mit etwas Übung, wie du deinen Alltag achtsamer gestalten kannst. Bewusst gelebte Zeit vergeht langsamer als im Autopiloten erlebte. Trau dir also ruhig, kurz deine Alltagsdynamik zu entschleunigen.

9. Ich kann das einfach nicht.

Wir alle können meditieren lernen. Es ist völlig egal, welche Fähigkeiten du mitbringst, solange du interessiert und neugierig bleibst. Wie jede Fähigkeit können wir auch das Meditieren üben und erlernen. Wir alle standen einmal am Anfang unseres Weges, und diese Perspektive, in der Praxis auch „beginner’s mind“ genannt, ist sogar äußerst wertvoll. Sie erlaubt uns, unvoreingenommen und neugierig jede Meditation neu zu erleben.

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